Stadtzeitung Saarbrücken 6/04

Saarlandkrimi: Stahlglatt

Sau glatt fließt der Text aus der Schreibe Martin Conraths in dem von ihm verfassten Saarlandkrimi "Stahl Glatt". Dabei widmet sich der Autor sehr facettenreich der Phänomenologie der saarländischen Eigenartigkeit, und das auf eine Art, die den Leser zum amüsierten neugierigen Teilnehmer macht, zum verschmitzt Wissenden, um aller sich in der saarländischen Welt bewegenden weltbewegenden Themen. Satirisch angerissen, ironisch kommentiert, mit dem Blick eines teils amüsierten, aber doch seriösen Begleiters von Protagonisten, die den saarländischen Geist bestechend logisch, lapidar philosophisch und verblüffend schlüssig darzustellen wissen.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der ausgebuffte Bulle Kriminalhauptkommissar Bremer, der einem bestialisch agierenden Serienkiller auf der Spur ist. Natürlich ist Bremer ein Gefangener seiner Midlifecrisis mit allen ihren bekannten xFreuden". Dazu kommt noch der Ärger mit dem Polizeiapparat, die Anleitung von drei Jungfüchsen und das Begehren, endlich Schluss zu machen mit der schon zu lange währenden gähnenden Leere in seinem Bett.

Bremer ist ein Grübler, das lässt ihn in seinem Privatleben eher zum Behinderten mutieren. Im Job des Bullen wird es zur Tugend. Obwohl die Täter bald dingfest gemacht sind, die Beweise und Geständnisse wasserdicht scheinen, bleibt Bremer misstrauisch und ermittelt trotzdem weiter, verschwindet spurlos... und das Unmögliche wird möglich. Martin Conrath hat es drauf, er kann es und sorgt so für Amüsement und Spannung, dass man sich alsbald einen neuen Krimi von ihm wünscht.

ISBN 3-89705 332-2 9 Euro

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