

Von SZ-Mitarbeiterin Christine Hager
Saarbrücken. Im Kopf der jungen Frau, die in dem Grubenstädtchen Göttelborn aufgefunden wird, steckt ein Bergmanns-Eisen. Eine Beziehungstat, vermutet Kriminalhauptkommissar Martin Bremer und ist enttäuscht, wegen der absehbaren polizeilichen Routine, die auf ihn wartet. Doch das soll sich schnell ändern.
Wenig später gibt es einen weiteren Toten. Ein Opfer, das vergiftet wurde, 800 Meter tief im Schacht IV der Grube Göttelborn. Dort soll die Schließung des Bergwerks im Kreis geladener Gäste feierlich besiegelt werden. Doch es wird sehr schnell klar: Der Giftmord unter Tage ist Teil eines ausgeklügelten und großangelegten Anschlags auf die versammelte illustre Gästeschar im Bergwerksstollen.
Martin Conrath hat einen ganz außergewöhnlichen Saarland-Thriller geschrieben. Temporeich, spritzig, witzig, einfallsreich und blutig. Am Ende bleibt eine Handvoll Toter auf der Strecke, Bergwerksstollen sind verschüttet, Förderbänder und Maschinen setzen sich wie von Geisterhand tief im Erdinnern in Bewegung. Es kommt sogar zum Aufstand der Geiseln unter Tage. Und am Ende soll – Peter Müller wird's eiskalt über den Rücken laufen – der saarländische Ministerpräsident ermordet werden.
Kommissar Bremer verhindert dies alles in letzter Sekunde nur deshalb, weil sich durch einen puren Zufall eine Verbindung zwischen dem anfänglichen Beziehungsmord und der Anschlagserie unter Tage heraus stellt.
So ist es doch nicht Al-Qaida, die mit ihrem Terror im Saarland wütet, sondern das Grauen und die teuflische Mordlust hat ganz bodenständige – eben saarländische – Wurzeln. Conrath garantiert beste Unterhaltung und Hochspannung. Das ist ein Lesevergnügen!
Martin Conrath: Das schwarze Grab. Saarland Krimi. Emons-Verlag, 287 Seiten. Neun Euro.
