

sagte sich der aus Saabrücken stammende und in Saarlouis lebende Autor Martin Conrath, der bisher mit gelungenen Kurzgeschichten (im Buch „Acht“) hervortrat. Und es stimmt: Neben Axel Herzogs Groschenkrimis und einem Band der wortwitzigen Bruno-Krimis von Jochen Senf fehlte in letzter Zeit eine waschechte Kriminalstory aus dem Saarland, mit allem was dazugehört: Lokalkolorit, spitzen Seitenhieben auf die Medien, Schicki-Micki und mit feinen Gastronomie-, Tourismus- und Wohn-Adressen.
Jetzt gibt es den Saarlandkrimi „Stahlglatt“ – und es ist ein widerliches Buch geworden. Im Saarland wird geköpft, gesteinigt, verbrannt, gekreuzigt, geschächtet und das auf übelerregende Weise. Martin Bremer tritt erstmals auf, ein neuer Typ im Krimigenre, lang, dürr, Mid-Life-krisig, solo, aber einer Beziehung nicht abgeneigt und ein Vollblutbulle. Er hat dem Wüten nur seinen Willen entgegenzusetzen und schlafmangelt sich durch Soko-Ermittlungen um Serienmorde, die wahrscheinlich nur eingefleischte Fans von King, Patterson oder Connelly kalt lassen. Wahrscheinlicher ist, dass einem Bilder aus dem Gruselkabinett - oder von den gepfefferten Sexszenen - noch tagelang verfolgen. Nichts also für schwache Nerven.
Denn das Ganze ist glänzend und effektvoll geschrieben - gegen Ende in einen spektakulären Showdown einlaufend, mit Seitenüberspring-Effekt (immer ein gutes Zeichen bei Krimis): Man ahnt den Schluss und er kann doch nicht schnell genug kommen. Die Tatsache, dass der Fall auf Seite 182 in einer Pressekonferenz erledigt zu sein scheint, aber das Buch 287 Seiten hat, sorgt für Kribbeln. Da führt der Autor die Leichtgläubigen (im Buch und vor dem Buch) an der Nase herum, ganz zu Beginn sogar in einer echten Trompe-l’oeil-Szene. Und er lässt es gipfeln in der buchstäblich knallharten Rettung von, naja, das muss man nicht verraten. Denn natürlich ist der Held Martin Bremer mit seinem Instinkt nicht so leichtgläubig gewesen, die offensichtliche Auflösung des Falls Serienmörder zu akzeptieren. Nein, lieber einbrucht er sich in tödliche Gefahr.
Aber dass er den zweiten Saarlandkrimi überleben muss, ist für die zukünftigen Fans keine Frage.
Stahlglatt bietet nevenzerreißendes, widerliches Krimierleben, und lässt einen mit der Hoffnung zurück, dass das Saarland schnarchiger sein möge als das hier Geschilderte. Martin Conrath stellt sein Buch am 5.5. im Saarbrücker Domicil Leidinger der Presse vor, am 18.5. dann öffentlich in der Buchhandlung Bock & Seip in der Saarbrücker Futterstraße.
Gerd Heger